Ratgeber · Herbst

Herbstmüdigkeit: Was sich im Herbst am Licht ändert

Zwischen Anfang September und Anfang Dezember verliert Hamburg fast sechs Stunden Tageslicht. Ende Oktober springt außerdem die Uhr zurück, und abends ist es eine Stunde früher dunkel. Am Licht in deinem Tag kannst du trotzdem einiges ändern.

Herbstmüdigkeit: Was im Herbst mit dem Licht passiert
Die kurze Antwort

Was ist Herbstmüdigkeit?

Herbstmüdigkeit ist ein Wort aus dem Volksmund für Schlappheit und wenig Antrieb im Herbst. In der medizinischen Fachliteratur gibt es den Begriff nicht (Universitätsspital Zürich, 2025). Fest steht, dass sich das Licht ändert: Nach der Berechnung von LightOtter ist der Tag in Berlin am 1. Dezember 2026 um 5 Stunden 36 Minuten kürzer als am 1. September.

Woher kommt Herbstmüdigkeit?

Eine einzelne Ursache gibt es nicht. Saisonale Müdigkeit kann viele Ursachen haben, schreibt das Universitätsspital Zürich. Für den Herbst nennt es kürzere Tage und schwächere Sonneneinstrahlung. Dazu kommt, dass im Herbst die Zahl der Erkältungen stark zunimmt (Universitätsspital Zürich).

Das USZ beschreibt noch eine Lücke im Alltag: Das Schlafbedürfnis nimmt mit der Dunkelheit zu, Beruf und soziale Termine richten sich aber nicht nach der inneren Uhr (Universitätsspital Zürich). Der Neurologe Philipp Valko vom USZ sagt, hinter Müdigkeit könnten dutzende, wenn nicht hunderte Ursachen stecken.

Wie viel kürzer werden die Tage im Herbst?

LightOtter hat Sonnenaufgang, Sonnenuntergang und Tageslänge aus dem Sonnenstand berechnet, mit derselben Methode wie die Städtetabelle. Von September bis Dezember verliert Hamburg 5 Stunden 50 Minuten Tageslicht, Berlin 5 Stunden 36 Minuten und München 4 Stunden 44 Minuten. Hamburg liegt von den drei Städten am weitesten nördlich und verliert am meisten.

Auch der Morgen wird später hell. In Berlin geht die Sonne am 1. September um 6:17 Uhr auf, am 1. Dezember um 7:54 Uhr.

Tageslänge am Monatsersten 2026 (Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, berechnet von LightOtter)
Stadt1. September1. Oktober1. November1. Dezember
Hamburg13 Std. 41 Min.11 Std. 35 Min.9 Std. 28 Min.7 Std. 51 Min.
Berlin13 Std. 38 Min.11 Std. 36 Min.9 Std. 34 Min.8 Std. 02 Min.
München13 Std. 24 Min.11 Std. 40 Min.9 Std. 56 Min.8 Std. 40 Min.

Wann es am dunkelsten ist: der kürzeste Tag des Jahres 2026.

Was ändert die Zeitumstellung am 25. Oktober 2026?

In der EU endet die Sommerzeit am letzten Sonntag im Oktober um 1 Uhr Weltzeit (Richtlinie 2000/84/EG). 2026 ist das der 25. Oktober. Die Uhr springt in der Nacht von 3 Uhr auf 2 Uhr zurück.

Am Licht selbst ändert sich nichts, nur an der Uhrzeit. Nach der Berechnung von LightOtter geht die Sonne in Berlin am Samstag, 24. Oktober, um 7:48 Uhr auf und um 17:53 Uhr unter. Am Sonntag, 25. Oktober, ist es 6:50 Uhr und 16:50 Uhr. Morgens wird es also nach der Uhr eine Stunde früher hell, abends eine Stunde früher dunkel.

Zeitumstellung 2026: alle Termine und ein 4-Tage-Plan.

Was hat Licht am Morgen mit der inneren Uhr zu tun?

Ein internationaler Expertenkonsens hält fest: Licht am Morgen kann die innere Uhr früher stellen, Licht am Abend später (Spitschan et al., 2025).

Ein Policy Brief von 2026 fasst die Forschung als Muster über 24 Stunden zusammen: morgens und tagsüber helleres Licht, abends weniger Licht, im Schlaf Dunkelheit oder fast Dunkelheit (Piper et al., 2026). Geografie und Jahreszeit spielen dabei mit. In nördlichen Breiten müssen Hinweise für den Winter womöglich helle Räume betonen und Zeit draußen, wenn Tageslicht da ist (Piper et al., 2026).

Ein internationales Expertengremium empfiehlt tagsüber drinnen mindestens 250 Lux melanopische EDI am Auge. Wenn möglich, soll zuerst Tageslicht diesen Wert liefern. Abends, ab mindestens 3 Stunden vor dem Schlafengehen, empfiehlt es höchstens 10 Lux melanopische EDI (Brown et al., 2022).

Was zeigen Studien zu Licht im Alltag und Schlaf?

Eine Übersichtsarbeit hat 25 Studien an gesunden Erwachsenen ausgewertet. Sie fand nur begrenzte Hinweise, dass Menge und Zeitpunkt des Lichts im Alltag mit dem Ruhe-Aktivitäts-Rhythmus zusammenhängen. Zu Schlafqualität und innerer Uhr waren die Ergebnisse widersprüchlich (Böhmer et al., 2021). Alle Studien waren Querschnittsstudien, Versuche mit gezielt verändertem Licht fehlten (Böhmer et al., 2021).

Was hilft gegen Herbstmüdigkeit?

Ein Mittel, das bei allen wirkt, nennt keine der Quellen. Das USZ rät, dem Körper genügend Licht zu geben, und nennt dafür auch eingeschaltetes Licht im Büro. Dazu kommen Bewegung an der frischen Luft und kein schweres Essen (Universitätsspital Zürich). Was du am Licht ändern kannst:

  • Geh morgens raus, sobald es hell ist. Nach dem 25. Oktober ist das in Berlin wieder vor 7 Uhr, Anfang Dezember erst gegen 8 Uhr.
  • Nutz die Mittagspause. Der Policy Brief nennt einen Spaziergang mittags oder Zeit draußen am Morgen als praktisches Beispiel für Menschen, die drinnen arbeiten, ausdrücklich nicht als feste Vorgabe (Piper et al., 2026).
  • Mach es tagsüber drinnen hell. Wenn Tageslicht da ist, nutz zuerst das, etwa mit einem Platz nah am Fenster (Brown et al., 2022).
  • Dimm abends das Licht, vor allem in den 3 Stunden vor dem Schlafengehen (Brown et al., 2022).

Wenn es noch dunkler wird: Morgenlicht an Wintertagen.

Wie lange solltest du im Herbst draußen sein?

Eine Minutenzahl für alle nennt die Forschung nicht. Der Policy Brief versteht seinen Rat als Richtung, nicht als genaue Dosis für jeden Menschen (Piper et al., 2026).

LightOtter hat eine eigene Faustregel, eine Schätzung und keine Messung: an einem klaren Morgen etwa 10 Minuten draußen, bei leichter Bewölkung 15, bei bedecktem Himmel 20 bis 25 und bei tiefer Sonne bis zu 30. An sehr kurzen Tagen mit weniger als etwa 9,5 Stunden Tageslicht rechnet LightOtter mit etwa 25 Minuten. Am 1. Dezember liegen alle drei Städte aus der Tabelle unter dieser Grenze. Schau nie direkt in die Sonne.

Wie lange dauert Herbstmüdigkeit?

Eine belegte Dauer gibt es nicht. Weil der Begriff in der medizinischen Fachliteratur nicht vorkommt (Universitätsspital Zürich), gibt es auch keine Studie, die eine Zeitspanne festlegt.

Messen lässt sich nur das Licht. Die Tage werden bis zum 21. Dezember 2026 kürzer, dann hat Berlin nach der Berechnung von LightOtter etwa 7 Stunden 39 Minuten Tageslicht. Am 21. Januar 2027 sind es schon 49 Minuten mehr.

Was das nicht ist

Diese Seite beschreibt Tageslicht und Uhrzeiten. Sie ist kein medizinischer Rat, und LightOtter ist kein Medizinprodukt. Wenn die Müdigkeit so groß wird, dass du normale Dinge bei der Arbeit oder in der Freizeit nicht mehr schaffst, rät das USZ zu medizinischer Hilfe (Universitätsspital Zürich). Fühlst du dich über Wochen müde, sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Fragen zur Herbstmüdigkeit

Ist Herbstmüdigkeit ein Mythos?

Den Begriff gibt es in der medizinischen Fachliteratur nicht (Universitätsspital Zürich). Die Müdigkeit selbst kann echte Ursachen haben, das USZ nennt unter anderem kürzere Tage, schwächere Sonneneinstrahlung und Erkältungen.

Warum bin ich im Herbst so müde?

Das kann viele Gründe haben. Das USZ beschreibt, dass das Schlafbedürfnis mit der Dunkelheit zunimmt, Arbeit und Termine sich aber nicht nach der inneren Uhr richten (Universitätsspital Zürich). Hält die Müdigkeit an, sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Wann ist die Zeitumstellung im Herbst 2026?

In der Nacht auf Sonntag, den 25. Oktober 2026. Die Sommerzeit endet in der EU am letzten Sonntag im Oktober um 1 Uhr Weltzeit (Richtlinie 2000/84/EG), in Deutschland springt die Uhr dann von 3 Uhr auf 2 Uhr.

Wann werden die Tage wieder länger?

Nach dem 21. Dezember 2026, dem kürzesten Tag des Jahres. Nach der Berechnung von LightOtter hat Berlin am 21. Januar 2027 etwa 49 Minuten mehr Tageslicht als am 21. Dezember.

Quellen

  1. Universitätsspital Zürich (USZ). Ist die Herbstmüdigkeit ein Mythos? Klinik für Neurologie, erstmals publiziert am 25.10.2018, aktualisiert am 20.11.2025 (abgerufen am 13.10.2026).
  2. Brown, T. M., et al. (2022). Recommendations for daytime, evening, and nighttime indoor light exposure to best support physiology, sleep, and wakefulness in healthy adults. PLOS Biology 20(3): e3001571.
  3. Spitschan, M., et al. (2025). Evidence-based public health messaging on the non-visual effects of ocular light exposure: a modified Delphi expert consensus. BMJ Public Health 3(2): e003205.
  4. Piper et al. (2026). Bright days, dark nights (policy brief). Public Health Reviews 47.
  5. Richtlinie 2000/84/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Januar 2001 zur Regelung der Sommerzeit, Art. 2 und 3.
  6. Böhmer, M. N., et al. (2021). Are we still in the dark? A systematic review on personal daily light exposure, sleep-wake rhythm, and mood in healthy adults from the general population. Sleep Health 7(5): 610–630.

Zuletzt geprüft: Oktober 2026